2013 Guerilla-Knitting

KÜSSABERG

Buntes Strickkleid für Bäume

27.03.2013 Von LISELOTTE NOTH

Das besondere am Guerilla-Knitting auf dem Schulhof in Rheinheim ist die Gemeinschaftsaktion von Schülern und Lehrern der Werkreal- und künftigen Gemeinschaftsschule Rheintal zusammen mit Senioren aus der Gemeinde Küssaberg. Alle Neuigkeiten aus Ihrer Region finden Sie täglich im SÜDKURIER. Jetzt testen! Küssaberg -  Schon etwas von Guerilla-Knitting gehört? Klingt rebellisch - ist es auch. Geklappert wird mit Strick- und Häkelnadeln und die Wolle dabei so bunt verarbeitet, dass alles, was darin eingehüllt ist, zur Augenweide wird. Das Eingehüllte kann beinahe alles sein: In Küssaberg sind es die Bäume auf dem Schulhof. Und diese Aktion der Werkrealschule und künftigen Gemeinschaftsschule Rheintal hat noch einen ganz besonderen Hintergrund: Lehrer und Schüler konnten für ihre Idee Seniorinnen aus Küssaberg gewinnen, die vor allem auch den Jungen unter den Pennälern das Stricken und Häkeln beibrachten. „Das hat richtig Spaß gemacht“, ist von den Senioren zu hören,

 

die sogar den Jungs das Kompliment machen, sich noch motivierter als die Mädchen gezeigt zu haben. Das Ergebnis dieses Kreativtags und weiterer Nachmittage macht sich inzwischen auf dem Schulhof breit. In zum Teil knalligen Farben winden sich die bunten Strick- und Häkelteile kunstvoll um die Baumstämme teils bis in die Verästelung hinauf und machen den Schulhof fröhlich bunt. Schüler und Seniorinnen waren so produktiv, dass das Gestrickte sogar noch für Hussen um die Bänke reichte. Die allerdings sind während der Osterferien sicherheitshalber eingepackt, wie Schulleiterin Sylvia Nikolai sagt. „Die Schüler jedenfalls sind mächtig stolz auf ihre Arbeit.“ Schließlich geht Guerilla-Knitting zwar um die ganze Welt. Doch dürfte Küssabergs Werkrealschule die einzige Schule weit und breit sein, die das „rebellische Stricken“ auf dem eigenen Schulhof umgesetzt hat. Übrigens: Nicht nur dort. Die Jugend war derart in Schwung („Das war so lustig“), dass immer weiter gestrickt und auch etliches innerhalb des Schulgebäudes in ein buntes Wollkleid gehüllt wurde. In England wurden sogar Telefonhäuschen „eingestrickt“ und wieder in einem anderen Land hat man Einkaufswagen eingehäkelt. Die Ideen kennen keine Grenzen. Alles wird bestrickt, sogar ein Bus. Auch für die Küssaberger Seniorinnen, 14 an der Zahl, war die Begegnung mit „Guerilla-Knitting“ und der Jugend ein tolles und ungewohntes Erlebnis. „Es war ein wunderbares kreatives Miteinander“, ist zu hören. Noch über ein weiteres Resultat aus dieser Aktion freuen sich die Seniorinnen: „Seither werden wir von den Schülern im Dorf freudig gegrüßt.“ 

 
 
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