Südkurier 2009-01.09.

 

Schule vor großen Herausforderungen

 

Mit 21 neuen und damit 98 Schülern sowie einem nahezu komplett ausgewechselten Lehrerteam geht es nach den Sommerferien in der Hauptschule mit Werkrealschule in Küssaberg weiter. Zudem gibt es ein Paket neuer Ideen und ein Miteinander von Schule, Eltern, Förderverein und Gemeinde. Das machte das Informationsgespräch mit dem Gemeinderat deutlich.

 

 

Die Haupt- mit Werkrealschule in Küssaberg hat einiges vor: Die Berufsorientierung erhält zusätzlich Gewicht und über die Hausaufgabenbetreuung am Nachmittag wird eine offene Ganztagsschule angestrebt. Foto: Noth

Küssaberg - Von diesem Miteinander war auch Schulrat Gerhard Zolg vom Schulamt Waldshut beeindruckt. Er erläuterte dem Gemeinderat die unterschiedlichen Formen der Ganztagsschule, wie sie Küssaberg als offenes Modell vorschwebt. Ausgelöst durch gesellschaftliche Veränderungen werden seit Jahren landes- und bundesweit Notwendigkeit und Bedarf von Ganztagsschulen diskutiert. Und Küssaberg nimmt sich nicht davon aus.

Von den Diskussionen der Landesregierung über Schulschließungen in den kommenden Jahren lässt sich Bürgermeister Alexander Fink nicht irritieren: "Es wird jeden Tag eine neue Sau durchs Dorf getrieben."

Heute heiße es so, morgen wieder anders. Und Schulrat Zolg stellt fest: "Ich persönlich meine, wo pädagogisch gut gearbeitet wird wäre es Unsinn, eine Schule zuzumachen, so lange die Schülerzahlen stimmen." Noch liegt es nach Paragraf 30 des Schulgesetzes von Baden-Württemberg außerdem beim Schulträger, über die Eröffnung oder Schließung einer solchen Einrichtung zu entscheiden. Küssaberg jedenfalls, das machte das Gespräch deutlich, marschiert nach vorne mit vielen neuen Initiativen im Gepäck.

Silvia Nikolai als kommissarische Schulleiterin sieht die Zukunft in einer verstärkten Berufsorientierung der Schule und stellte das Projekt "Fit for Job" mit Möglichkeiten und Aktivitäten zur optimalen Vorbereitung der Hauptschüler auf das spätere Berufsleben vor. Sie unterstrich den deutlich verbesserten Kontakt zu den örtlichen Handwerks- und Gewerbebetrieben. Hinzu kommt die große Unterstützung des Schullebens durch den neu gegründeten Förderverein unter Leitung von Rolf Küpfer. Über den Förderverein läuft die Hausaufgaben- und Nachmittagsbetreuung in Ergänzung zu den Unterrichtsstunden an. Im Zusammenwirken mit Vereinen zusätzlich die Freizeitbegleitung am Nachmittag. Gute Voraussetzungen also für eine offene Ganztagsschule.

Der aktive Stamm der Lehrer ist heute schon dafür. Endgültig wird das neue Lehrerkollegium bei Schuljahrsbeginn darüber entscheiden. Wenn auch der Gemeinderat im Herbst zustimmen sollte, "ist die offene Ganztagsschule in Küssaberg bald auf dem Weg", ist Gerhard Zolg überzeugt.


Auf dem Weg in die Zukunft  

Küssabergs Hauptschule ist auf dem Weg in eine andere Zukunft. Nicht nur durch die anstehende Neubesetzung der Rektorenstelle oder durch das extrem verjüngte Lehrerkollegium. Die Schule mit ihren hundert Schülern hat sich neue Ziele gesetzt und neue Unterrichtsmethoden entwickelt.

Ein dynamisches Team: Die Lehrer der Hauptschule in Küssaberg sind mit neuen Ideen in das Schuljahr eingestiegen. Von links Sylvia Nikolai, die kommissarische Schulleiterin, Rosi Drayer, Anette Jäger, Doris Etspüler, Referendarin Rita Scholz, Cornelia Köbele, Fachlehrer Daniel Kläger und Tobias Fabian. Es fehlen auf dem Bild die Lehrerinnen Nicole Conrad und Margit Vorgrimler. Foto: noth

Küssaberg - Die siebte Klasse beispielsweise steckt mitten in einem spannenden Projekt Abenteuer- und Erlebnispädagogik. Dienstagvormittags, und das noch mehrere Male in den nächsten Wochen, kommen Bernd Auer und Patrick Siebler als ausgebildete Erlebnispädagogen in die Schule und stärken in der Natur und der Halle den Klassenzusammenhalt. "Das Projekt ist von vielen Schulen umworben und wir sind froh, dass unsere Siebtklässler in den Genuss gekommen sind", so Sylvia Nikolai im Gespräch mit dieser Zeitung. Sie ist die kommissarische Leiterin an der Schule. Bald auch die neue Schulleiterin? Nikolai lässt es offen, sagt nur so viel: "Die Stelle ist ausgeschrieben." Es dauere noch bis zur Entscheidung über die Nachfolge von Beatrix Sahmer. Für den Hauptschulbetrieb kein Problem. Hier hat sich nach Austausch des Lehrerkollegiums ein hoch motiviertes Team formiert. Mit Tommas Santoro in der Runde. Er ist mit 15 Stunden als pädagogischer Assistent zur Unterstützung der Lehrer und zur Förderung der Schüler in den Schulablauf eingebunden. Daneben ist es der Schule aufgrund der guten Lehrerversorgung erstmals möglich, auch so genannte Arbeitsgemeinschaften im sportlichen wie kreativen Bereich anzubieten. Im Stundenplan wurde der Vormittagsunterricht durch zwei Unterrichtsnachmittage in der Woche entflochten. Parallel zum Nachmittagsunterricht läuft die Hausaufgabenbetreuung an. Nikolai: "Die Schule hat also den Fuß in der Tür, wenn es um die Einrichtung einer Ganztagsschule geht." Bis 1. November muss die Gemeinde als Schulträgerin den Antrag eingereicht haben.

Und was der November sonst noch bringt? Das erste Blockpraktikum im Zuge des Projekts "Fit for Job". Küssaberg ist neben Höchenschwand die einzige Gemeinde im östlichen Kreisgebiet, die den Achtklässlern zusätzlich zum Blockunterricht ein Tagespraktikum während des zweiten Schulhalbjahrs anbieten kann. "Darauf sind wir sehr stolz", betont Nikolai mit Hinweis auf die stark verbesserten Ausbildungschancen für die Schüler durch eine enge Zusammenarbeit mit den Betrieben. "Ich denke, wir haben einen guten Grundstock an unserer Schule gelegt", fasst Nikolai die Weichenstellungen zusammen. Am kommenden Montag, 29. September, zeigen sich die Eltern interessiert. Nikolai hebt das Ziel einer offenen und kooperativen Zusammenarbeit auch mit ihnen hervor. Initiativen

21 neue Fünftklässler, fünf neue Pädagogen und jede Menge neue Unterrichtsziele: Küssabergs Hauptschule ist mit vielen Initiativen in das neue Schuljahr gegangen. Unterstützt von der Gemeinde als Schulträgerin und nicht zuletzt durch Verschönerungsmaßnahmen wie neue Bodenbeläge in den Klassenzimmern.


 

Küssaberg

03.07.2008 02:00

Beatrix Sahmer verlässt Hauptschule

VON LISELOTTE NOTH

In die Küssaberger Hauptschule mit Werkrealschule kommt neuer Schwung: Erste Weichen für eine offene Ganztagsschule sind gestellt. Außerdem steht eine Veränderung in der Schulleitung an. Beatrix Sahmer scheidet zum Ende dieses Monats aus. "Die Stelle wird so schnell wie möglich neu ausgeschrieben", so Bürgermeister Fink.

 

Ein Bild aus vergangenen Tagen: Beatrix Sahmer mit Entlassschülern im vergangenen Jahr. Ende Juli verlässt die Schulleiterin der Hauptschule mit Werkrealschule Küssaberg. Die Stelle soll schnell neu besetzt werden.

Küssaberg - Vier Jahre, seit 1. August 2004, war Beatrix Sahmer Rektorin an der Hauptschule mit Werkrealschule, leitete den Schulbetrieb mit 100 Schülerinnen und Schülern sowie einem Kollegium von acht Lehrern. Seit Ende November ist die Schulleiterin krankgeschrieben.

Bürgermeister Alexander Fink bestätigt: "Es gab Irritationen und Schwierigkeiten verschiedenster Art, die dazu geführt haben, dass Frau Sahmer jetzt zum 31. Juli ausscheidet." Fink ist dankbar, dass es bei den Bemühungen in den zurückliegenden Wochen "zu einer einvernehmlichen Lösung mit allen Beteiligten gekommen ist".

Auch Gerhard Zolg, Schulrat beim Schulamt in Waldshut, bestätigt: "Konflikte waren da, die uns in den vergangenen Monaten beschäftigten, die wir aber gemeinsam mit Frau Sahmer aufarbeiten konnten." Einzelheiten dazu konnte und wollte er nicht mitteilen mit Hinweis auf den Persönlichkeitsschutz.

Zolg freut sich mit der Gemeinde als Schulträgerin und der Schule unter kommissarischer Leitung von Sylvia Nikolai über die neuen Ziele. "Als Schulamt werden wir die Schulentwicklung weiterhin unterstützen", so Zolg. Die Hauptschule in Küssaberg sei auf einem guten Weg und allen Beteiligten liege es am Herzen, die Stelle der Schulleitung ganz schnell neu auszuschreiben. Gedacht sei an die Septemberausgabe von "Kultus und Unterricht", dem Amtsblatt für Schulen.

 

 

 
 
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