Schüler umsorgen Senioren 03.05.2010

Vorspann

Den „Begegnungstag für Senioren“ wird es künftig jedes Jahr an der Hauptschule Küssaberg geben. Schulleiterin Sylvia Nikolai sieht darin eine gute Vorbereitung der Siebtklässler auf das künftig neue Wahlpflichtfach „Gesundheit und Pflege“ ab Klasse 8.

Begegnung mit Pflegegästen der SozialstationFröhliches Miteinander in der Hauptschule

Bild: Noth

Küssaberg – Es war eine Premiere und sogleich ein Erfolg: Die Siebtklässler der Hauptschule hatten zum Begegnungstag für Senioren eingeladen. Mit eindrücklichen Erfahrungen auf beiden Seiten. So steht heute schon fest: Es wird auch im nächsten Jahr dazu eingeladen.

Bärbel Blechinger als Leiterin der Tagespflege in der Sozialstation Klettgau-Rheintal staunte nach eigener Aussage nicht schlecht: Als die Einladung der Hauptschüler einging, wollten so viele Tagesgäste wie noch nie bei dem Anlass dabei sein.

Aus Küssaberg, Hohentengen und Klettgau kamen 30 Pflegebedürftige im Alter von 52 bis 89 Jahren in die Hauptschule nach Küssaberg. Sie rückten mit den Siebtklässlern zusammen, spielten mit ihnen Boule, gingen spazieren, saßen vor den Brettspielen oder zeigten sich kreativ: Ein Blumenbild entstand.

20 Schülerinnen und Schüler im Alter von 13 Jahren hatten mit ihrer Klassenlehrerin Cornelia Köbele die Idee umgesetzt. Sie erfreuten nicht nur mit einer einladend gedeckten Kaffeetafel, sondern hatten auch ein Programm vorbereitet mit Liedern, Instrumentalbegleitung und einem tiefsinnigen Märchenspiel. Die Freude der Jugend sprang spontan auf die Besucher über, die es sichtlich genossen, von den Siebtklässlern umsorgt und verwöhnt zu werden.

Zur Aufmerksamkeit kam Höflichkeit: Die Schülerinnen und Schüler führten die Tagespflegegäste am Arm oder schoben sie in ihren Rollstühlen. „Es ist genial, dass wir diesen Begegnungstag ausrichten dürfen“, strahlte die 13-jährige Florina Halili. Und auch ihr Schulkamerad Mario Blatter schwärmte von der „sehr schönen Aktion“ und fügte nachdenklich hinzu: „Sie hat uns auch Einblick gegeben, wie es im Alter sein kann“.

Die Jugend scharte Gäste mit Parkinson, Demenz, mit Behinderung nach einem Schlaganfall, mit Depression um sich – und erlebte umso eindrücklicher, wie sich die Gäste begeistern ließen. Sylvia Nikolai spricht „von einer bereichernden Erfahrung auf beiden Seiten“. Die Jugend habe soziale Fähigkeiten erkennen und entwickeln dürfen.

Gegenseitige Lebensfreude jedenfalls war an dem Nachmittag zu spüren.

 

 
 
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