GirlsDay2008SK

Südkurierartikel vom 26.04.2008 03:00

Kreis Waldshut

Faszination Technik

VON URSULA FREUDIG UND LISELOTTTE NOTH

Mädchen riskieren einen Blick in die Arbeitswelt, die den Männern vorbehalten ist - aber nur eigentlich. Der deutschlandweite Girls Day macht's ihnen möglich, den Horizont zu erweitern, und den gastgebenden Firmen, Berufsmöglichkeiten vorzustellen. Beispiele aus dem Landkreis Waldshut:

Kreis Waldshut - "Ich wollte schauen, ob so eine Arbeit etwas für mich sein könnte", begründet die 15-jährige Gymnasiastin Elena Teufel aus Eberfingen ihre Teilnahme am Girls'Day. Sie und sieben weitere Mädchen im Alter von 10 bis 15 Jahren waren bei Cellpack. Die Tiengener Firma fertigt Kabelgarnituren.

Produktionsplaner Harry Makoski führte die Mädchen durch das Werk und erklärte, wie Schrumpfschläuche und Gießharzbeutel, Hauptbestandteile der Kabelgarnituren, entstehen. Danach wurden die Girls im Chemielabor selbst aktiv. Unter Anleitung von Marion Watzlawik stellten sie einen Polyurethan-Kleber her. Und sie erlebten, wie ein Gummibärchen hell auflodernd in erhitztem Salz verbrannte. Im Hochspannungslabor erklärte und demonstrierte Danilo Offen die Wirkungsweise von Strom. "Die Versuche waren interessant", meinte Elenas Schulkameradin Julia Huber (14) aus Rechberg.

Das ganze Jahr über versucht Cellpack in Zusammenarbeit mit Schulen, Mädchen und Jungen für technische Berufe zu begeistern. "Wir suchen dringend Fachkräfte, Ingenieure, Laboranten und Auszubildende, für Industriekauffrau bekommen wir stapelweise Bewerbungen, für Verfahrensmechaniker keine", berichtet Personalleiterin Sandra Huber. Mädchen wie Jasmin Schweizer sind noch immer die Ausnahme: "Ich habe zuhause eine Chemieausrüstung und mache selber Experimente, Chemie, Mathe und Physik sind meine Lieblingsfächer", erzählt die 13-jährige aus Dangstetten. Ihr Berufsziel ist Chemielaborantin. Aus ihrer Klasse (Haupt-und Werkrealschule Küssaberg) waren noch drei Mädchen bei Cellpack: Laura Mathies aus Dangstetten, Nicole Strittmatter aus Kadelburg und Lisa Martini aus Rheinheim.

Interessant sei es bei Cellpack gewesen, meinten die drei, aber beruflich möchten sie doch lieber mit Menschen als mit Maschinen zu tun haben. Ana Zimmermann (11) aus Laufenburg und Sarah Steidl (10) aus Lauchringen hingegen, könnten sich durchaus vorstellen, einmal einen technischen Beruf zu erlernen. Beide mögen Chemie.

Die Küssaberger Firma Feinwerktechnik Hago mit ihren nahezu 500 Mitarbeitern öffnete auch in diesem Jahr ihren Betrieb für den Girls Day. Sechs Schülerinnen von 11 bis 16 Jahren waren in Konstruktion und Werkzeugbau und hatten viel Freude am Wirken an der Werkbank. Ernst Bauer, Ausbildungsbeauftragter im Werkzeugbau, gab einen interessanten Einblick in die verschiedenen Abteilungen im Werkzeugbau. Den Konstruktionsbereich stellte Dieter Morath vor. Die elfjährige Josipa Mikolic war so beeindruckt, dass sie sich sofort eine Lehre als Technische Zeichnerin vorstellen könnte. Für Tamara Kestel (15) wäre eher die Ausbildung zur Industriekauffrau denkbar. Janine Kestel (11) dagegen will doch lieber Bäckerin werden. Laura Sinigaglia (13), Donjeta Pllana (16) und Angela Krug (11) freuen sich zwar, die Hago näher kennen gelernt zu haben. Ihr Berufsziel aber sehen sie woanders.

Personalleiter Martin Wehrle freute sich über die Aufgeschlossenheit der Mädels. "Mit Aktionen wie dieser präsentieren wir uns als mögliche Ausbildungsstätte und stellen auch den Mädchen gern die verschiedenen Ausbildungsberufe vor."

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