EP2007 Klasse 7

Alle ziehen an einem Strang

Bernd Auer und Patrick Siebler wurden am vergangenen Dienstag wieder erwartungsvoll begrüßt: Sie sind seit Schuljahresbeginn die Erlebnispädagogen an der Hauptschule in Küssaberg. Eigens dafür ausgebildet, scharen sie derzeit die Siebtklässler um sich – haben das Angebot aber auch Lehrerkollegen und anderen Klassen im Landkreis zu bieten, bevorzugt den siebten bis zehnten Klassen.

An einem Strang: Die Siebtklässler der Hauptschule Küssaberg lernen über die Erlebnispädagogik mit Bernd Auer und Patrick Siebler ganz neu die Bedeutung von Zusammenhalt in der Klasse kennen.

Die 15 Jungs und Mädels in Küssaberg üben Disziplin, Teamfähigkeit und lernen, miteinander stark zu sein. Das passiert jeden Dienstag über neue Aufgaben, die der Jugend gestellt werden, für die sie Strategien und Ziele erarbeiten müssen. Das heißt: Auch in diesen Stunden der Erlebnispädagogik wird viel gelernt, nicht zuletzt zugunsten eines besseren Klassenzusammenhalts. Die Schüler tragen Verantwortung. Sie haben sich selbst zu kontrollieren und zu koordinieren. „Chefsprecher“ und „Helden“ werden vor jeder Begegnung neu gewählt. Die Schüler halten sich gegenseitig an, mit zu denken und mit zu lenken, um die Aufgaben richtig zu lösen. Mit den Aufgaben werden gleichzeitig das Selbstwertgefühl und die Sozialkompetenz gefördert. Drei Anforderungstypen kommen in den Projekten zusammen: Team-Kooperationsaufgaben, Vertrauensübungen und Einzel-Herausforderungen. „Das Wichtigste überhaupt aber sind die Vor- und Nachgespräche“, betonen Auer und Siebler. Die beiden Pädagogen sind im Auftrag des Staatlichen Schulamtes in den Schulen unterwegs, werden aber auch von den Schulen selbst zur Teamschulung und Stärkung des Klassenzusammenhalts angefordert. „Wir sind froh, die beiden Pädagogen in Küssaberg zu haben“, freut sich Sylvia Nikolai, die kommissarische Leiterin der Hauptschule. Und welche Erfolgserlebnisse die beiden Pädagogen aus diesen Projekten mitnehmen? „Wenn von den Lehrern Rückmeldungen kommen, dass sich in der Klassengemeinschaft etwas geändert, sich etwas zum Positiven bewegt hat“, stellt Auer fest. Noch wird in Küssaberg an diesem Ziel gearbeitet: Über „Abenteuerwellen“, wie es die beiden Pädagogen nennen, denen spezielle Abschlusstage folgen. Bis Ende November wird es also weiterhin jeden Dienstag erwartungsfrohe Gesichter der Siebtklässler geben.

„Klasse findet neu zusammen“

 

Anna Lifrieri (13) findet die Erlebnispädagogik gut, weil sich keiner als „cool“ oder „Obermacker“ aufspielt, sondern alle gut mitmachen. „Wir lernen uns von einer anderen Seite kennen“, so die 13-Jährige, die voller Zuversicht feststellt: „So langsam baut sich die Klassengemeinschaft so richtig auf.“ Marcello Dileone (14) sieht es ähnlich. Die Erlebnispädagogik gefalle ihm gut, da die Klassengemeinschaft neu zusammen hält. „Davor gab es Streit und Schlägereien.“ Die Übungen vermittelten das gute Gefühl, „dass man sich aufeinander verlassen kann.“ Ein „paar Sachen“ aber seien dabei, die „ziemlich gefährlich sind“. Patrick Brogle (13) findet die Dienstagsbegegnungen „voll okay“. „Ich denke aber nicht, dass diese Erlebnispädagogik in Richtung Teamgeist viel bringt.“ Es gebe, so Patrick, nach wie vor oft Stress in der Klasse. „Wir verstehen uns untereinander nicht – außer denen, die gute Freunde sind.“ Fabian Braun (12) findet das Angebot „einigermaßen gut“. Was ihm nicht gefällt: Es dauert ihm zu lang, bis die Klassenkameraden ruhig sind. „Dadurch geht uns Zeit für die Pausen verloren.“ Ansonsten sei das Angebot okay. Fabian ist allerdings überzeugt, „dass es die Klassengemeinschaft nur ein bisschen zusammenbringt“. (tn)

lö1
 
 
Weg in die Zukunft e.V. - Wir machen uns für unsere Kinder stark