BoysDay2008

 

Küssaberg

Berufe nicht nur für Frauen

VON LISELOTTE NOTH


 

Was die Mädels können, können wir auch, sagten sich die Jungs der Küssaberger Hauptschule und schlossen dem Girls Day einen eigenen Boys Day an. Während die Mädels in typische Männerberufe wie Zimmermann und Werkzeugmacher hineinschnupperten, versuchten sich die Jungs in der Floristik, im Friseurhandwerk, im Kindergarten und im Verkauf.

 

Fast 30 Jungs der Hauptschule Küssaberg mit Werkrealschule schlossen erstmals dem Girls Day einen eigenen Boys Day an und versuchten sich als Kindergärtner, Florist, Verkäufer und Friseur. Manchen hat die Erfahrung überhaupt nicht gefallen, die überwiegende Mehrheit allerdings freut sich jetzt schon auf das Angebot im kommenden Jahr.


 

Küssaberg - Es gab verschiedene Berufe, in die man reinschnuppern konnte. Ob Friseur oder Kindergarten - dies waren nur zwei der Möglichkeiten, die durch Unterstützung der Lehrerin und Sozialpädagogin Angela Hohlfeld zustande kamen.

Die Erfahrungen der Jungs sind dabei ganz unterschiedlich: Fand der eine den Boys Day "merkwürdig" und der andere sogar "nicht schön", will doch die überwiegende Mehrheit der über 30 Jungs auch im kommenden Jahr beim Boys Day wieder dabei sein. Beteiligt waren Schüler der 5., 6. und 7. Klasse, die in die Apotheke, ins Rathaus, in den Bioladen, ins Reisebüro und zum Physiotherapeut, oder in die Praxis gingen.

Der 13-jährige Sebastian war sogar im Krankenhaus und half seiner Mutter dort die OP-Instrumente zu reinigen und zu sterilisieren. "Das hat mir Spaß gemacht. Ich könnte mir sogar vorstellen, so etwas ähnliches später beruflich zu machen."

Der 13-jährige Enrico hatte indes Spaß an der Floristik: "Diese Arbeit wird absolut unterschätzt. Da hat man ganz schön schwer zu tun." Der zehnjährige Simon half im Friseurgeschäft, drehte Lockenwickler aus und schaute beim Färben und Schneiden der Haare zu. "Das ist kein Beruf für mich. Ich möchte doch eher Elektroniker werden."

Bei der Umfrage unter den Jungs ist nur vereinzelt zu hören, dass sie über diesen Tag ihrem Berufswunsch näher gekommen sind. Zu den wenigen zählt Giovanni. Er war im "Engel" in Rheinheim als "Koch" in der Küche: "Und das hat mir prima gefallen."

Sylvia Nikolai als verantwortliche Lehrerin freut sich über das doch große Interesse der Schüler an dem freiwilligen Angebot des Girls und Boys Days - und auch über die große Bereitschaft der Firmen und Betriebe, die Jugend einen Tag ins Berufsleben mitzunehmen. Immerhin waren es knapp 60 Jungs und Mädels, die lernten, dass Frauenberufe auch Männerberufe und Männerberufe durchaus auch Frauenberufe sein können.

 

 

 

 

 
 
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